Optionale Zusatzqualifikationen

Modernisierung der industriellen Metall- und Elektroberufe

Mit „Optionalen Zusatzqualifikationen“ für die Zukunft ausbilden

Die industrielle Welt unterliegt einem immer schnelleren Wandel. Inhalte der Digitalisierung oder veränderte Fertigungssteuerungen in der Industrie 4.0 werden die zukünftige Herstellung von Produkten über Jahre hinweg verändern. Die 3D-Druck-Technik hat jetzt schon einen steigenden Anteil an der Bauteilproduktion eingenommen, totale Vernetzung der Fertigung über Bussysteme und übergeordnete Kommunikation mit Steuerungssystemen, ERP- und MES-Systemen, wie es in cyberphysischen Systemen zum Alltag gehört, werden Gang und Gäbe werden, aber auch Themen wie IT-Sicherheit spielen durch eine umfassende Vernetzung eine immer wichtigere Rolle.

Dieser Herausforderung müssen sich Industriebetriebe mit ihren Facharbeitern und Auszubildenden stellen. Die Metall- und Elektroberufe sind jedoch zum letzten Mal in 2007 inhaltlich angepasst worden, als noch nicht ansatzweise über solche Inhalte nachgedacht wurde. Da weder die Modernisierung bestehender Berufsbilder erfolgen, noch neue Berufsbilder geschaffen werden sollten, entschieden sich die Dachverbände für eine Teilnovellierung der dreieinhalbjährigen Metall- und Elektroberufe mit sogenannten „Optionalen Zusatzqualifikationen“ für zentrale Industrie 4.0 Tätigkeitsbereiche.

Es sind sieben „Optionale Zusatzqualifikationen“ entwickelt worden:

 Optionale Zusatzqualifikationen Metallberufe:

  • Systemintegration
  • Prozessintegration
  • IT-gestützte Anlagenänderung
  • Additive Fertigungsverfahren (auch Mechatroniker)

Optionale Zusatzqualifikationen Elektroberufe und Mechatroniker

  • Digitale Vernetzung
  • Programmierung
  • IT-Sicherheit

Die „Optionalen Zusatzqualifikationen“ werden ausbildungsintegriert vermittelt und bestehen aus Lehrgängen von jeweils acht Wochen, die vom zweiten bis zum vierten Ausbildungsjahr durchgeführt werden. Für die zusätzliche Absolvierung einer „Optionalen Zusatzqualifikation“ entscheiden sich der Auszubildende und der Ausbildungsbetrieb gemeinsam. Abgenommen wird jede Zusatzqualifikation mit einer separaten Prüfung vor der IHK am Ende der Ausbildung.

Zur Vermittlung der „Optionalen Zusatzqualifikationen“ im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung hat das BZI ein neues Lehrganssystem entwickelt, dass die Ausbildungsbetriebe dabei unterstützt die „Optionalen Zusatzqualifikationen“ ausbilden zu können.

Metall-Zusatzqualifikation:

Zielgruppe:

  • Werkzeugmechaniker/-in
  • Industriemechaniker/-in
  • Zerspanungsmechaniker/-in
  • Konstruktionsmechaniker/-in
  • Anlagenmechaniker/-in

 Zusatzqualifikation – Systemintegration:

  • Kurs: Inbetriebnehmen von cyberphysischen Systemen
  • Kurs: Moderne Sensorik
  • Kurs: Bauteilerfassung mit Kamerasystemen
  • Kurs: Roboter Grundlagen
  • Kurs: Roboter Aufbaulehrgang

Zusatzqualifikation – Prozessintegration:

  • Kurs: Prozesssteuerung über MES-Systeme
  • Kurs: 3D-Fabriksimulation/ Ablaufsteuerung über CIROS

Zusatzqualifikation – Additive Fertigungsverfahren (auch Mechatroniker)

  • Kurs: Fertigungsgerechtes Konstruieren über CAD und 3D-Scannen
  • Kurs: Additive Fertigungsverfahren SLA/ FDM/ PJM/ SLM

Elektro-Zusatzqualifikation:

Zielgruppe:

  • Mechatroniker/-in
  • Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik (EAT)
  • Elektroniker/-in für Betriebstechnik (EBT)
  • Elektroniker/-in für Gebäude- und Infrastruktursysteme (EGI)
  • Elektroniker/-in für Geräte und Systeme (EGS)
  • Elektroniker/-in für Informations- und Systemtechnik (EIS)

Zusatzqualifikation – Digitale Vernetzung:

  • Kurs: Inbetriebnehmen von cyberphysischen Systemen
  • Kurs: SPS – Digitale Vernetzung

Zusatzqualifikation – Programmierung:

  • Kurs: SPS – Programmierung
  • Kurs: Roboter Grundlagen
  • Kurs: Roboter Aufbaulehrgang

Zusatzqualifikation – IT-Sicherheit:

  • Kurs: Datensicherheit unter Industrie 4.0

Die Lehrgänge können ebenso durch Auszubildende anderer gewerblich-technischen Berufe und auch durch Ausbilder und Berufsschullehrer besucht werden. Der nächste Schritt ist die Übertragung der Zusatzqualifikationen in die Fort- und Weiterbildung der Facharbeiter / Facharbeiterinnen.
Lehrgangsbeschreibung und Termine finden Sie hier…
Das BZI lädt die Unternehmen der M + E-Industrie zur Zusammenarbeit ein und steht für Rückfragen und Beratung sehr gerne zur Verfügung.